
Mit Hingabe recherchieren und erschließen die Musikerinnen das noch immer wenig bekannte Repertoire ihrer Vorgänger wie z.B. William Brade, Johann Schop, Dietrich Becker bis hin zu Georg Philipp Telemann und C.P.E. Bach. In moderierten Konzerten, musikalischen Lesungen, mit CD- und Videoaufnahmen wird diese Musik wieder lebendig. Die ergänzende Zusammenarbeit mit internationalen Musikern aus Europa, China und dem Iran oder mit zeitgenössischen Komponisten inspirieren die Künstlerinnen zu immer neuen Programmkonzepten. Konzertreisen führen sie in viele Länder Europas, die USA, Japan und China.
Mehr als 40 CDs mit zumeist Welt-Ersteinspielungen für die Labels cpo, Hänssler, Carus, Thorofon, audite, NCA, Christophorus und Phoenix Editions sowie Aufnahmen für alle deutschen Rundfunksender und den ORF dokumentieren die Wiederentdeckungen des Ensembles von Musik aus Renaissance, Barock und Klassik. 2006 und 2010 wurde die Hamburger Ratsmusik mit dem Echo Klassik-Preis ausgezeichnet, 2016 mit dem RITTER-Preis der Oscar und Vera Ritter-Stiftung Hamburg.
Die Hamburger Ratsmusik ist Partnerin der Hamburger Telemann Gesellschaft. Sie führt seit 2014 die eigene Konzertreihe elbwærts im KomponistenQuartier im Herzen Hamburgs. Künstlerresidenzen wie 2023 beim Heinrich Schütz-Musikfest, bis 2024 im KomponistenQuartier und 2025 bei den Internationalen Fasch-Festtagen in Zerbst ergänzen die vielfältigen Tätigkeiten des Ensembles.

The musicians are committed to carrying out ongoing research into the little-known repertoire of their predecessors such as William Brade, Johann Schop and Dietrich Becker, as well as Georg Philipp Telemann and C.P.E. Bach. The Hamburger Ratsmusik brings this music back to life with its narrated concerts, musical readings and CD and film recordings. Their work is complemented by collaborations with international musicians from Europe, China and Iran and with contemporary composers, and these encounters provide the inspiration for the artists’ innovative programming.
The ensemble has rediscovered a wealth of music from the Renaissance, Baroque and Classical periods and recorded more than 40 albums, most of which represent the first time this music has been recorded, for the labels cpo, Hänssler, Carus, Thorofon, audite, NCA, Christophorus and Phoenix Editions, as well as making recordings for all the German radio stations and ORFAustria. In 2006 and 2010, the Hamburger Ratsmusik was awarded the Echo Klassik Prize, and in 2016 the ensemble received the RITTER Prize from the Oscar and Vera Ritter Foundation Hamburg.
The Hamburger Ratsmusik is also a partner of the Hamburg Telemann Society. Since 2014, it has been running its own concert series, elbwärts (‘towards the River Elbe’), in the Lichtwarksaal concert hall, close to the Composers’ Quarter in the heart of Hamburg.
We are pleased to announce that the Hamburger Ratsmusik has been appointed Ensemble in Residence at the International Heinrich Schütz Music Festival for 2023.
Translation: Rebecca Lockhart-Morley info@lockhart-languages.com

Mit freundlicher Unterstützung


„Burlesque“
Samstag, 10. Januar 2026, 19:00
- Sönke Tams-Freier, Bass
- Simone Eckert, Viola da gamba
- Anke Dennert, Cembalo
- Ulrich Wedemeier, Laute
- Lichtwarksaal
Neanderstrasse 22, Hamburg
E-Mail: hamburger-ratsmusik@t-online.de
(Karten an der Abendkasse oder per Mail)
Lichtwarksaal, Neanderstraße 22
elbwærts UNTERWEGS: „Seelen-Music“
Dienstag, 31. März 2026, 19:30
- Isabel Schicketanz, Sopran
- Anke Dennert, Orgel
- Simone Eckert, Viola da gamba
- Konzertkasse Gerdes
(Karten an der Abendkasse)
Ansgarkapelle am Mariendom
„Keiser und die Gräfin“
Sonntag, 23. August 2026, 19:00
- Kerstin Dietl
- Simone Eckert
- Ulrich Wedemeier
- Anke Dennert
- Lichtwarksaal
Neanderstrasse 22, Hamburg
E-Mail: hamburger-ratsmusik@t-online.de
(Karten an der Abendkasse oder per Mail)
Lichtwarksaal, Neanderstraße 22
elbwærts UNTERWEGS: „Verleih‘ uns Frieden gnädiglich“
Freitag, 24. Juli 2026, 19:00
- Isabel Schicketanz, Sopran
- Christoph Heidemann
- Ulrich Wedemeier, Laute
- Anke Dennert, Cembalo/Orgel
- Simone Eckert, Viola da gamba
- Mahnmal St. Nikolai
Willy-Brandt-Straße 60, Hamburg
Web: https://mahnmal-st-nikolai.ticketfritz.de/Event/Kalender/26730/52371?typ=Vorlage
(Karten an der Abendkasse oder Online)
Mahnmal St. Nikolai, Willy-Brandt-Straße 60
elbwærts UNTERWEGS: „Telemanns Freunde“
Donnerstag, 24. September 2026, 19:00
- Peter Bieringer, Rezitatio
- Iris Maron, Barockvioline
- Simone Eckert, Viola da gamba
- Anke Dennert, Cembalo
- Ulrich Wedemeier, Laute
- Gelehrtenschule des Johanneum
Maria-Louisen-Straße 114, Hamburg
E-Mail: hamburger-ratsmusik@t-online.de
(Karten an der Abendkasse oder per Mail)
Gelehrtenschule des Johanneum, Maria-Louisen-Straße 114
Ein Sänger-Komponist im Spiegel von Diversität, Diskriminierung und Migration
Gesellschaftliche Relevanz aus heutiger Sicht:
Finazzi war ein Kastrat - ein männlicher Sänger, der vor der Pubertät kastriert wurde, um seine hohe Stimme zu bewahren. Das war eine umstrittene Praxis im Barock, die sich aus musikalischen, sozialen und kirchlichen Traditionen entwickelte. Die Praxis war mit massiven Eingriffen in den Körper verbunden und wirft aus heutiger Perspektive Fragen zu körperlicher Autonomie und Menschenwürde auf. Obwohl Kastraten oft als gefeierte Stars galten, wurden sie gesellschaftlich auch als „anders“ oder „abweichend“ gesehen - ein früher Fall von Marginalisierung eines Körpers, der von sozialen Normen abwich. Finazzi musste beispielsweise Diskriminierung erdulden, weil die Kirche eine Heirat aufgrund seiner Zeugungsunfähigkeit ablehnte.
Finazzi war Teil eines weit vernetzten, europaweit agierenden Musikbetriebs. Seine Reisen von Norditalien nach Breslau, Prag, Leipzig und Hamburg spiegeln nicht nur die Mobilität von Musiker*innen jener Zeit wider, sondern auch frühe Transnationalität kultureller Arbeit. Sein Wechsel zwischen Stadt- und Ländergrenzen zeigt, dass Migration innerhalb Europas im 18. Jh. kein Randphänomen war, sondern zentral für künstlerische Karrieren. Insofern können wir seine Biographie als Beispiel für die Bedeutung von kulturellem Austausch und Mobilität begreifen - lange bevor dieser sozialwissenschaftlich als „Migration“ benannt wurde.
Finazzis Biografie liefert die Relevanz für heutige Fragestellungen und fordert uns heraus, Diversität nicht nur in Bezug auf Ethnien oder Geschlechteridentitäten zu verstehen, sondern auch historisch: Was bedeutet Anerkennung unterschiedlicher Stimmen und Körper in der Kunst und wie gingen Gesellschaften mit sichtbaren normabweichenden Künstlern um?
Dies korrespondiert mit aktuellen Debatten über Diversität, in denen vielfältige kulturelle Hintergründe, Geschlechteridentitäten und musikalische Ausdrucksformen sichtbarer und gleichberechtigter werden sollen.
Aktuelle Debatten über Migration fokussieren oft soziale und ökonomische Herausforderungen. Finazzis Karriere zeigt aber, dass Migration auch ein Motor für kulturelle Innovation und Vernetzung ist - ein historischer Vorläufer transnationaler künstlerischer Karrieren und damit ein Ansatzpunkt für heutige Diskussionen über kulturelle Teilhabe und strukturelle Barrieren.
Filippo Finazzi steht exemplarisch für eine historische Figur, deren Leben an der Schnittstelle von Kunst, körperlicher „Andersheit“, Bewegung über Grenzen und wachsender kultureller Öffentlichkeit stattfand. Die Auseinandersetzung mit seiner Biografie erlaubt nicht nur Einsichten in die Musikkultur des 18. Jahrhunderts, sondern regt auch dazu an, gesellschaftlich relevante Fragen zu Diversität, Diskriminierung und Migration in Gegenwart und Geschichte neu zu reflektieren.
A singer-composer reflected in diversity, discrimination and migration
Social relevance from today's perspective:
Finazzi was a castrato – a male singer who was castrated before puberty in order to preserve his high voice. This was a controversial practice in the Baroque era, which developed from musical, social and ecclesiastical traditions. The practice involved massive bodily interventions and, from today's perspective, raises questions about physical autonomy and human dignity. Although castrati were often celebrated stars, they were also seen by society as ‘different’ or ‘deviant’ – an early case of marginalisation of a body that deviated from social norms. Finazzi, for example, suffered discrimination because the church refused to allow him to marry due to his inability to procreate.
Finazzi was part of a widely networked music industry operating across Europe. His travels from northern Italy to Breslau, Prague, Leipzig and Hamburg reflect not only the mobility of musicians at that time, but also the early transnational nature of cultural work. His movement between city and country borders shows that migration within Europe in the 18th century was not a marginal phenomenon, but central to artistic careers. In this respect, we can understand his biography as an example of the importance of cultural exchange and mobility – long before this was named ‘migration’ in social science.
Finazzi's biography provides relevance for today's issues and challenges us to understand diversity not only in terms of ethnicity or gender identity, but also historically: What does recognition of different voices and bodies in art mean, and how did societies deal with artists who visibly deviated from the norm?
This corresponds with current debates on diversity, in which diverse cultural backgrounds, gender identities and musical forms of expression are to become more visible and equal.
Current debates on migration often focus on social and economic challenges. However, Finazzi's career shows that migration is also a driver of cultural innovation and networking – a historical precursor to transnational artistic careers and thus a starting point for today's discussions on cultural participation and structural barriers.
Filippo Finazzi is an example of a historical figure whose life took place at the intersection of art, physical ‘otherness,’ movement across borders, and a growing cultural public sphere. Examining his biography not only provides insights into the musical culture of the 18th century, but also encourages us to reflect anew on socially relevant questions of diversity, discrimination and migration in the present and in history.
Freitag, 24. April 2026, 18 Uhr
Moorfleet
Kirche
Samstag, 25. April 2026, 17 Uhr
Uetersen
Klosterkirche
Freitag, 19. Juni 2026, 19 Uhr
Hamburg
Museum für Kunst und Gewerbe
Samstag, 20. Juni 2026, 18 Uhr
Sülfeld
Kirche
Sonntag, 21. Juni 2026, 18 Uhr
Flemhude
Kirche
Mittwoch, 22. Juli 2026, 20 Uhr
Celle
Schloss
- Kerstin Dietl, Sopran
- Hamburger Ratsmusik, 2 Violinen, Viola (da gamba), Violoncello, Cembalo, Chitarrone; Leitung Simone Eckert
Friday, 24 April 2026, 6 p.m.
Moorfleet
Church
Saturday, 25 April 2026, 5 p.m.
Uetersen
monastery Church
Friday, 19 June 2026, 7 p.m.
Hamburg
Museum of Arts and Crafts
Saturday, 20 June 2026, 6 p.m.
Sülfeld
Church
Sunday, 21 June 2026, 6 p.m.
Flemhude
Church
Wednesday, 22 July 2026, 8 p.m.
Celle
Castle
- Kerstin Dietl, soprano
- Hamburger Ratsmusik, 2 violins, viola (da gamba), violoncello, harpsichord, theorbo; conducted by Simone Eckert

Das Projekt wird gefördert aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie des Sonderprogramms NEUSTART KULTUR, mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes, gefördert durch die Staatskanzlei und das Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt und die Staatskanzlei des Freistaates Thüringen - Der Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten.


Außerdem wird die Tournee des Theater of Voices und Hamburger Ratmusik durchgeführt mit der freundlichen Unterstützung von






Händel Sonate gm 364b
Simone Eckert, Viola da gamba & Hamburger Ratsmusik
Jean-Baptiste Barrière: Allegro pour le Pardessus de Viole
Hamburger Ratsmusik spielt Diedrich Becker (1623-1679)
Hamburger Ratsmusik: Barbara Strozzi








Zweimal reiste Heinrich Schütz, der „allerbeste Teutsche
Componist“
